finnish poker face – eine kleine Geburtstags-Anekdote

 

Ist heute ein Tag zum Feiern oder Weinen?

Mein Finnisch.. jaja.. langsam geht’s voran. 🙂 Zaubern lässt sich aber leider hierbei nicht.
Kleine Unstimmigkeiten wie „Kukka on hyvää.“ (Die Blume ist gut.) statt „Kakku on hyvää.“ (Der Kuchen ist gut.), lasse ich hier mal einfach – frech wie ich bin – unerwähnt.

Aber mit manchen nonverbalen Gesten war ich am Anfang ziemlich überfordert.
Ja, der Kuchen. Der Geburtstagskuchen, wie sich im Laufe der Party herausstellte… Eine Geschichte für sich. Ihr müsst wissen: Wenn Finnen reden, dann klingt es meist melancholisch und ernst. Sehr ernst. Egal worüber sie sprechen. Es klingt wichtig. Daher war ich im Kindergarten ziemlich perplex als es auf einmal hieß, ich solle zum Kaffee in den anderen Gruppenraum gehen, dann könne ich ein paar Menschen „von der Stadt“ kennenlernen. – Ich war damals erst wenige Wochen hier. – Irgendwas war anders. Es gibt ja immer nachmittags eine Jause im Kindergarten. Aber an diesem Tag waren die Tische feierlich gedeckt und ein kleines Buffet mit Kuchen und Kaffee stand bereit. Mir wurde nur gesagt, dass ein paar Leute kommen. Alles andere schien klar zu sein. War es aber nicht. Zumindest mir nicht. Als eine der Damen dann eine Karte überreicht bekam und diese mit ernstklingenden Worten und mit Tränen in den Augen (ehrlich wahr!) entgegen nahm, war meine Verwirrung perfekt. Hatte sie beschlossen uns zu verlassen?? Was war geschehen?
Die finnischen Sätze trugen für meinen Geschmack etwas zu viel Wehmut in sich.
Wie hier üblich, hörten alle anderen nur mucksmäuschenstill zu… Das machte es nicht unbedingt besser. Eine ungewohnte Stille lag in der Luft.
Irgendwann wurde aber auch mir klar, dass dies eine Geburtstagsfeier war. Einfach so. Während der Dienstzeit, mit Lehrern und Stadt-Mitarbeitern die zur Feier des Tages zum Kaffee vorbei kamen.

dessert kaffee
..das musste ich mir unterwegs einfach gönnen: im französischen „Frans & Nicole“. ..und ganz nebenbei erfuhr ich wie das mit den Lizenzen in Finnland so läuft.

Was zudem interessant sein könnte:
Geburtstagskinder nehmen sich hier als erstes ihr eigenes Kuchenstück. Es ist ja ihre Feier. Anschließend nehmen sich alle anderen ein Stück. Jeder schneidet sich sein Kuchenstück selber so groß/klein wie gewünscht. Der Kuchen wird also nicht vom „Gastgeber“ angeschnitten wie ich das von Österreich her so kenne. Ich fand das am Anfang etwas komisch. Mittlerweile bin ich aber einiges schon gewohnt und Unterschiede fallen mir  gar nicht mehr bewusst auf. Vermutlich werden mir die Eigenheiten, die mir anfangs sofort ins Auge fielen dann daheim als Erstes fehlen. 🙂