Weil man hier das Warten lernt und jede Tür sich irgendwann öffnen lässt

Egal ob vor dem Postamt, an der Bushaltestelle oder vor dem Konzertsaal, – ich bin das Warten schon fast gewohnt.

12 Tipps wie Warten als freudvolles Hobby erlebt werden kann:

  1. Weil Warten hungrig macht. Oder Langeweile bringt? Und die wiederum regt Ideen an. Und Essen ist immer fein. Zumindest meist. Hier schmeckt mir sogar manch ein Salat. Habe mich noch nie als Hase gesehen, aber mittlerweile mag ich das Grünzeug ganz gern. Mir gefällt vor allem die Tatsache, dass hier fast überall Salat ohne Essig serviert wird besonders gut.
  2. Einfach mal durch Supermärkte schlendern. Und langsam an den Muffins vorbei. Vorbei? Ährm.. Ne.. Lieber noch mal nen Schritt zurück. Schließlich sind sie zufälligerweise gerade heute im Sonderangebot. Da kann’s schon mal vorkommen, dass eiskalte Finger drei Stück der süßen Küchlein hintereinander ratzfatz vernichten. Was kann ich denn dafür, dass das Konzert erst eine Stunde später beginnt? Zeit haben… Jaja.. Ich genieße. Mein Körper auch.
    Dass ich den vierten Muffin der Packung doch tatsächlich nach dem Konzert wieder von der Garderobendame überreicht bekam, verwunderte mich etwas. Mit dieser Art von Aufmerksamkeit habe ich in all dem Trubel nicht gerechnet.
  3. Bücher lesen ist immer gut. Das kam in den letzten Jahren daheim etwas kurz.
  4. Oder einfach mal ohne Buch, ohne Handy, ohne….. sitzen und warten. Und mit anderen ins Gespräch kommen. – Meine liebste Abwechslung.
  5. Neue Worte erforschen, ergründen, lernen… Die Welt ist ja voll davon. Ich muss zugeben, dass ich mich immer wieder selbst zum Schmunzeln bringe, wenn ich mich über neu gelernte und erinnerte Phrasen freue wie ein kleines Kind. Mir gefällt es, dass mir die Welt der finnischen Sprache nun nicht mehr ganz so fremd ist.
  6. Die Farben der Natur genießen. Dazu muss ich nicht mehr viel sagen. Ihr kennt meine Meinung diesbezüglich längst. Diese Welt hat so viel Zauberhaftes zu bieten.
  7. Musik lauschen. Neuer, andersartiger und unbekannter wie auch altherkömmlicher… In allen Lebenslagen. Musik lässt uns nur seltenst im Stich.
  8. Mehrfach um Häuserblocks laufen. Und meist wieder zum Ausgangspunkt zurück finden.
  9. Nachdenken und – vor allem – auch mal einfach nichts denken.
  10. Mit einer gesunden „mir egal“-Haltung.. Kennst mich ja keiner hier. (Zumindest kannte mich bis zu diesem Ereignis kaum jemand.)
  11. Einfach mal die Einladung zum Tee dankend annehmen und dadurch überraschend feststellen, in welch einem kunstliebenden Haus ich gelandet bin.
  12. Und zufälligerweise eine schwedische Messe mitfeiern. Voller Elan mitsingen. Und anschließend keinen blassen Schimmer vom Thema der Predigt haben.