Urlaub in der Männer-WG

Ja. Dezent verrückt war das ja anfangs schon. Einfach mal so mitten in der Nacht auf und davon. Onnibus ist super. So ähnlich wie Flixbus bei uns. Bequem ist was anderes aber der ultagünstige Preis macht das wieder gut.

Ich war überrascht, dass alles nach Plan lief. Woran das lag? Ein bisschen Glück, ein bisschen Reiseerfahrung, ein bisschen Gelassenheit, ein bisschen Sprachverständnis, ein bisschen Kommunikation, ein Lächeln auf den Lippen…

rov hase
…ich habe den Weihnachtsmann nicht gefragt, was er vom Osterhasen denkt…

Ich war ein herzlich willkommener Gast. Obwohl bereits Kekse auf dem Tisch waren wurden mir sofort noch zwei Teller mit allerhand süßem Kram und Schokolade gebracht. Das war dann aber doch etwas zu viel des Guten und ich beschloss lieber „was richtiges“ zu kochen. Ich war ja schließlich „daheim“.
Hier wurde mir klar, dass ich offensichtlich „daheims“ sammle.
Und nun frage ich mich: Warum gibt es für daheim und Zuhause kein Plural? Rovaniemi war ja nur ein kleiner Zwischenstopp. Aber Uusikaarlepyy.. Das ist schon ziemlich „heimelig“. Und Kaskinen sowieso. Und daheim daheim. Das daheim in Österreich.. Damit kann natürlich nichts anderes mithalten. 🙂 Aber dennoch: Ich bin dankbar für alle meine „Daheims“.

Wenn du dann nachts vom Pub nach Hause wanderst und noch die Klänge der Karaoke in den Ohren hast, drei jungen Männern folgst die selbst noch nicht lange hier wohnen und die du gerade mal seit gestern „kennst“, mit dem Orientierungssinn einer blinden Blaubeere, über Straßen auf denen kaum Autos fahren, durch Wälder ohne Licht und Schatten… dann erinnerst du dich selbst daran, dass deine Fantasie einen Oskar verdient hätte und Vertrauen Gold wert ist. Denn tatsächlich habe ich in Rovaniemi den perfekten Guide gefunden. Und endlich einen Berg in Finnland „erklommen“. Mir gefällt meine Spontanität. Diese Seite an mir war mir bisher gar nicht so bewusst.

Aber das Leben in ner Männer-WG hat noch mehr zu bieten. Neben Gamemusic, Filmscores und netten Unterhaltungen wurde bereits am Frühstückstisch philosophiert und – was mir am besten gefiel – irgendwann sahen auch die Jungs da oben im Norden ein, dass sie – egal ob alleine oder zu zweit – gegen mich im Tischfußball keine Chance haben. Tja.. Das passiert. Da kann man machen was man will. Es tut mir ja leid. (Nein. Eigentlich nicht.) Aber.. Mir lief es einfach zu gut.
Danke für die hübschen Stunden! Obrigado. Merci. Dėkoti. 🙂

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