Rovaniemi: hat es sich gelohnt?

Am Montagmorgen wurde ich mit einem verschmitzten Lächeln und den Worten „Ährm, sorry.. Who are you?“ begrüßt. Wer ich sei, woher ich komme, was ich hier mache… Ja oukaii.. Ich war in letzter Zeit immer mal wieder für ein paar Tage „weg“ und ließ mich nicht gerade oft in der Schule blicken. Aber es ist schön wieder hier zu sein. Zurück „im alten Geschehen“. Verwunderlich wie schnell man sich an so viel Neues gewöhnen kann. Manche Freundschaften sind bereits so „normal“ als wäre es immer so gewesen. Seltsam, wenn ich daran denke, dass ich vor wenigen Wochen noch nicht mal ihre Namen kannte. Aber zurück zum Thema: Ich wurde nun öfters gefragt wie Rovaniemi so war. Ob es sich ausgezahlt/ gelohnt hat. So weit fahren? Wozu? Ja.. Das habe ich mich auch gefragt.

Es kommt darauf an wie du es siehst. – Aha.
Zufrieden mit der Antwort? Nein. Hm.. Oukaii…

Aaalso: Wie war Rovaniemi – Touristisch oder menschlich gesehen? (Hierbei muss ich dazu sagen, dass das was jetzt kommt vielen hier nicht unbedingt gefallen wird. Zumindest war Edvin (Name von „der Redaktion“ geändert) richtig bestürzt als ich ihm meine Gedanken unterbreitete.) 🙂 Aber ja.. Nimms mit Humor!

Touristisch gesehen?

In den Norden fahren: Das sollte jeder Mal gemacht haben. Finde ich. Obwohl es ja nicht sooo weit im Norden ist zählt Rovaniemi ja doch schon zu Lappland. Und es ist allemal besser als nicht da gewesen zu sein. So ähnlich wie mit Finnland: Vor meiner Reise war Finnland iiiirgendwo da oben, kalt und dunkel. Und jetzt ist es vertraut. Farbenfroh und vielfältig. Ein Stück Herz wird hier bleiben.
Unternehmungen: Immerhin habe ich endlich einen Berg erklommen. Für finnische Verhältnisse reicht er zum Schifahren und wenigstens ein bisschen „runter schauen“ war auch möglich. Ich freue mich aber schon auf den Sommer „im Ländle“.
Was die Stadt so zu bieten hat: Leben. Ja. Menschen, Rovaniemi ist ziemlich multikulti.
Hunde. Huskys. – Noora (Name von „der Redaktion“ geändert) meinte diesbezüglich als ich wieder mal von Polarhunden schwärmte und sie wie hier einzeln aufzählte nur: „Ah ja.. Also sind Huskys keine Hunde?!“ Jaja.. Freunde die es zustande bringen, dass ich über mich selbst lachen kann, tun einfach gut.
Natürlich wohnt Santa Claus da. Tottakai! Besucht habe ich ihn aber nicht. Sollte es mir leidtun? Ich bin einfach nicht so gut im „Tourist sein“. Ich bin zwischendurch auch mal ganz gerne mit mir alleine. Beispielsweise in der Bibliothek. Mit Musik in den Ohren. Und Träumen vor den Augen. Zu still? Zu einsam? Zu Finnisch? Nein nein. Ich koste nur gerne Genussmomente aus.
Und was bitte um Himmelswillen soll „touristisch“ sein? Eine kleine, freche aber doch liebgemeinte Definition: Wenn ich höre „das musst du unbedingt tun“ dann nimmt mir das den Spaß daran und genauso verlieren Orte die extra für Besucher gestaltet werden ihren Reiz für mich. Ich bin nicht so gerne „Alien“. Ich bin lieber Chamäleon. Getarnt und unauffällig, mit Menschen im Gespräch. Ich möchte etwas über das Leben hier (wo auch immer ich gerade bin) lernen. Begegnungen, neue Impulse und Weltanschauungen, sind für mich weit mehr wert als Fotos und Momentaufnahmen. (Wie gesagt; Edvin sieht das ganz und gar nicht so.)

 

 

Menschlich gesehen?

JA. VON DER ERSTEN STUNDE AN. Schön!
Überall wo ich lande werde ich zum Bleiben angehalten und eingeladen.
Das bringt mich auf ein spannendes Thema:
Gastfreundschaft: Sie wird ja auch innerhalb vom doch so kleinen Europa in hundert unterschiedlichen Nuancen und Arten gelebt. Verschiedene Formen der Gastfreundschaft dankbar anzunehmen, zu akzeptieren aber auch gewisse Dinge die mir dabei wichtig sind einfach durchzuziehen und auch mal stur daran festzuhalten (Gastgeschenk o.ä.) war und ist hier auch so ein Lernprozess von mir. (oder heißt es „für mich“?)