Sprachenlernen ist IN – Zuhören OUT

Sprachen beherrschen wollen die meisten. Sprachen lernen wollen einige. Und ein paar wenige haben auch tatsächlich am Üben Freude. Und halten durch. Und stehen auch nach Rückschlägen wieder auf. Und treten den Kampf gegen Slang und Dialekt an.
Aber ja, Kurse fürs Zuhören… Nein, die fand ich noch nicht.

Bisher ist mir noch keine passende Erklärung dafür eingefallen. Gründe dafür kann ich mir ausmalen. Natürlich hat jeder genug um die Ohren und Freizeitangebot ist vielfältig vorhanden. Aber gehört Zuhören nicht eigentlich zum Sprachenlernen dazu? Oder mehr noch: Ist es nicht Basis und Grundlage dafür? Grammatik kann ich auch ohne Zuzuhören lernen. Wenn ich es mir schwer machen will. Und auch Vokabeln lassen sich in den Kopf klopfen. Auch ohne Zuzuhören. Es ist nicht gerade vorteilhaft aber immerhin möglich. Aber bei der Aussprache? Da weiß ich mir wirklich keine andere Hilfe als das bewusste, konzentrierte und genau Hin-hören. Ich fühle mich manchmal selbst ein bisschen wie ein Aufnahmegerät. Oder ein Staubsauger. Ich versuche neue Worte aufzunehmen und sie mir zu merken. Manchmal kann ich bereits aus dem Zusammenhang und bereits erlerntem Wortschatz auf ihre Bedeutung schließen und manchmal bin ich total überfragt. Das endet dann damit, dass ich mir Hilfe hole indem ich jemanden um Rat frage oder mich zur Übersetzung ans Wörterbuch wende.

Nun ja; Sprachen lernen ist spannend. Es umfasst ja noch mehr als nur reine Kommunikation.
Um eine Sprache zu verstehen und anwenden zu lernen, kommt man – denke ich – nicht drum herum auch die Menschen die diese Sprache sprechen zu verstehen zu versuchen. Das Denken, die Mentalität beeinflusst den Sprachgebrauch unheimlich. Für mich war es anfangs befremdlich wenn jemand im Gespräch zu seinem Gegenüber andauernd „Ei“ (Nein) sagte. So wie wir mal „aha“ und „mh“ sagen wenn uns jemand was erzählt. Worte werden also durchaus auch mal anders verwendet als womöglich erwartet. Diese Unterschiede entdecken und verstehen, annehmen und anwenden, sich einfühlen und ausdrücken,… all das gehört zum Sprachenlernen auch dazu.

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…schon schade, dass ich im Herbst wenn dann die Wälder voller Bären.. ährm; Beeren sind, nicht mehr hier bin.

Dazu noch eine kleine Motivation am Rande:
Ein Finne, mit ernstem Blick – ich nenne es „finnisches Pokerface“, das ist hier nämlich weit verbreitet und fast schon National-Kostüm, sagte mir:
„Warum denkst du dass es nicht möglich ist Finnisch zu lernen?
Wir haben es auch alle geschafft.“

 

Reisen kann man lernen – nicht?

Es gibt Sachen die kann man lernen. Und es gibt Dinge auf die das nicht zu trifft. Reisen zum Beispiel. Man muss nur erkennen, dass man dazu im Stande ist. So einfach kann das sein.

Es ist ja doch immer etwas Risiko, ein bisschen Nervenkitzel mit im Gepäck. Schließlich weiß auch heute, trotz Googlemaps und Fotografie, niemand so richtig was am Ende der Reise auf einen warten wird und was einem unterwegs alles begegnen und in die Quere kommen kann.

Während ich schreibe blendet mich die Sonne. Den Vorhang rüber ziehen? Nein..
..denn vor gerade mal 5 Stunden war hier noch Schneeregen aktiv. Na dann: Nicht jammern, Augen zu, zurück lehnen, die Wärme genießen und … später weiter schreiben.

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Niin on: Eine Spur von südländischer Gelassenheit, ein Fünkchen pfeffriger Humor und friedvolle Zuversicht. Immerhin habe ich es bis nach Finnland geschafft… Ich weiß, ich sagte das bereits. Dennoch… Es ist der beste Beweis dafür dass Träume wahr werden können und dürfen. Und mit jedem Schritt den ich gehe, mit jeder Stadt die ich erkunde, mit jedem noch so kleinen Ort den ich betrete,… es wird leichter und leichter. Nicht weil ich schwerer werde. (..habe gerade heute wieder neue Rezepte erhalten. Schwedisch und Finnisch. Freut euch darauf. J – Nein, ihr müsst nicht backen und übersetzen. Nur genießen. Gemeinsam. Mit mir.) …vor allem weil Gelassenheit Schritte leichter werden lässt. Also kann man Reisen doch ein Stück weit auch lernen? Kanske. (Vielleicht.)
Zumindest „lieben lernen“ kann man es. Davon bin ich überzeugt. Obwohl ich ein schlechter „Tourist“ bin. Zu desinteressiert. Zu sehr Gefühlsmensch. Mich fasziniert das Leben welches aktuell spielt mehr als „was mal war“ oder all „die Dinge die du dir unbedingt ansehen musst“.
Aber dazu morgen mehr…

manche sagen ja man soll da gar nicht her – Warum? Warum nicht?

Jetzt wo der Frühling kommt? Da gehst du zurück in den Winter? Eigentlich ist Rovaniemi ja nicht mal Lappland! Und der Winter ist vorbei, da siehst du nicht mehr viel Bemerkenswertes. Was willst du da eigentlich? Im Sommer hast du da die Mitternachtssonne. Geh dann, dann ist es gut. Aber dann sind da auch Mücken und Zecken. Die, die so richtig gefährlich sind. …

Die Pros und Kontras. Na und?! Die gibt es überall. Da kommt das trotzige Kind in mir zum Vorschein. Selbstverständlich will ich mir dieses Weihnachtsmann-Dorf selbst ansehen. Mir mein eigenes Bild davon machen. ..und ein bisschen mit ihm plaudern. Mit dem Weihnachtsmann.

So richtig entscheiden konnte ich mich ja diesmal wirklich nicht. Ob ich die lange Fahrt tatsächlich auf mich nehmen soll oder lieber doch nicht. Gemütlich ist was anderes… Und außerdem hätte ich diese Reise gerne von Anfang an mit jemandem geteilt. Aber gerade dadurch durfte ich neue Bekanntschaften machen. Wer weiß, ob das anders auch so leicht möglich gewesen wäre…

Motivation und Inspiration – Neustart?

Sich auf den Weg machen. Warum? Daheim ist es so gemütlich. Bequem. Da kenne ich alles. Weiß wie die Klospülung funktioniert und muss nicht fragen wie sich die dämliche Wohnungstüre denn bitteschön öffnen lässt. Zuhause fragt mich niemand mit seltsam gewählten Worten ob ich Studentin bin oder nicht und da kenne ich die Leute beim Namen und die wiederum klingen nicht alle so unheimlich gleich… Warum also? Woher die Motivation fischen wenn die Inspiration davon schwimmt? Warum auf die Beine machen, wenn die Zeit davon läuft und man doch eigentlich arbeiten und erwachsen werden sollte? So viele Gedanken-Gespenster geistern herum. Aber die sollen schön draußen bleiben im Kalten. Und dort fliegen und spucken.

Draußen bleiben? Sicher? Ährm.. Nja… Mittlerweile bin ich nämlich auch „da Draußen“. Ich fuhr mit Bizets „Carmen“ in den Ohren einfach mal spaßeshalber in den Norden. Den kalten Norden. Was ich hier so erlebe, erzähle ich euch wenn ich wieder zurück in Kaskinen bin. Ich habe nämlich allerhand dabei, aber mein PC hat diese Woche Ferien.

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weil heute ein Tag zum Feiern ist

Weißt du. Eigentlich ist es ja so: Egal ob da 1.809 km und nebenbei erwähnt noch etwas Wasser dazwischen liegen… Heute ist ein Grund zum Feiern! Tag des Beisammenseins und Tag der Umarmung. Für alle Menschen dieser Erde. Liebe ist größer als all die Zeit und jeder Weg. (Aber all die anderen Sachen sage ich dir… persönlich. Haha.. Am Telefon.)
Lass es dir gut gehen!

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Ps.: Zu meinem „Wer hat den größten Fisch geangelt“ von letzter Woche. Es ist mir ein Anliegen darauf hinzuweisen, dass die Eislöcher hier unheimlich klein wirken. Auf den Fotos. Da ist es natürlich kein Wunder, dass mein riesengroßer Fisch nicht aus dem Wasser hüpfen konnte.

Metsässä – Wo ist der WAAALD?

Da fliegst du nach Finnland und hörst überall, dass es hier nuuur Wälder und Seen gibt und dann bist du hier und was dann?

Bisher bin ich ja eher in Meer-Nähe unterwegs und habe von den Seen noch nicht wirklich was zu se(e)hen bekommen. Und Wälder? Wo sind sie?

Na gut. Oukaii.. Mittlerweile sehe ich sie auch. Überall. Aber zu Beginn.. Nein. Für mich waren das hier erst keine „richtigen“ Wälder. Da kommst du in ein Land, in dem überall Wald vorhanden ist und findest keinen. Ich habe ihn wohl vor lauter Bäume nicht erkannt. Hier sind die nämlich dünn und hoch.
Kiefer. Fichte. Birke.
Und der Untergrund ist flach. Nicht wie bei uns in Hanglage. Ich habe mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht aber Berg und Wald gehörte für mich bisher ganz selbstverständlich zusammen.
Mittlerweile habe ich die Farbe dieser Wälder recht gern. Die Bäume haben etwas Rötliches und die Wälder sind hell und… ja, einfach ganz eigen.

Metsässä – es war einmal…

ANTAA KAIKKIEN KUKKIEN KUKKIA

Grundsätzlich bin ich ja reeelativ humorvoll unterwegs. Wer meinen Sinn für Humor, meine Art der Vergleiche, die Persönlichkeiten die ich dabei herbei ziehe, meinen Sarkasmus etc. nicht verstehen will, soll sich entweder über meine Artikel wundern oder nachfragen.

Ihr wisst ja – wie gesagt – wo ihr mich finden könnt: Irgendwo im finnischen Nirgendwo.
Ich bin der Meinung, dass ich mit beiden Beinen ganz sicher auf dem Boden stehe. Klingt das überheblich? Komm schon, – ein bisschen Spaß muss sein.

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Aber ja. Es ist wirklich an der Zeit, dass der Frühling kommt. Wenn er den Weg findet… Auch hierher. Darum, lasst alle Blumen erblühen: ANTAA KAIKKIEN KUKKIEN KUKKIA. (Schöner können Konzert-Themen wohl kaum sein, oder?)

Ich habe mein erstes Klarinettenvorspiel hinter mir. 🙂 Wer hätte gedacht, dass ich so ein Klarinettchen mal so liebevoll pflegen werde? Irgendwie steht sie mir nicht schlecht.

Und ja: Schon ganz schön hübsch und ein kleines bisschen frech, wenn da plötzlich dein Stück aufgeführt wird obwohl du noch gar nicht damit rechnest. Mit schwedischem Power eben. 🙂 Tack!

 

 

REISEN; Was ist das? Kann man das essen??

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  1. Reisen ist Kaffeegenuss
    Henry (Name von „der Redaktion“ geändert) hat mir das so erklärt: Das Beste am Reisen sind die Stunden in denen du mit Einheimischen in einem Café sitzt und über das Leben plauderst.
    Ich denke, das spricht Bände. Vielleicht ist es schade, dass ich mich bereits jetzt nicht mehr an alle Namen meiner Reisebekanntschaften erinnern kann. Aber ja.. So ist das Leben. Trotzdem Danke. Schön war’s! 🙂
  2. Reisen ist Entdeckungslust
    Immer wieder neu. Aufregend. Manchmal ist es fast zu viel des Guten. So viele Eindrücke auf einmal. Mein Orientierungssinn wird auf die Probe gestellt. In vielerlei Lebenslagen. Dinge, an die ich zuvor keinen Gedanken verschwendete, werfen plötzlich Fragen auf und regen zum Nachdenken an. Es gibt so viele Möglichkeiten und Wege. Und dann stehst du erneut vor Entscheidungen. Nicht unbedingt vor leichteren. Nur… Vor neuen. Vielleicht hilft die gewonnene Erfahrung bei der Entscheidungshilfe.
    Vermutlich nicht.
    Aber irgendwie geht es weiter.
    Und gewisse Sachen kommen mit mir mit nach Österreich. Und andere bleiben hier. (Das war jetzt etwas kompliziert. Zugegeben. So was lässt sich vermutlich besser in geselliger Runde bei nem Gläschen Wein erklären.)
  3. Reisen ist Sehnsucht stillen
    Heute klingt alles ein bisschen düster. Ja, ich weiß. Aber so ist das nun mal. Erst sehnst du dich nach der Ferne. Dann nach der Heimat. So lieb ich alles hier auch gewonnen habe. So gerne komme ich auch wieder zurück. Und… irgendwann wieder nach Finnland. 🙂 Aber dann nicht alleine. Bestimmt würde ich hier so manches nicht erleben, wenn ich nicht alleine reisen würde. Ja. Aber Teilen ist auch etwas Schönes. Meine nächste Reise wird nicht alleine sein.