Traumgesellen

Träume? Träume?
Was soll ich mit Träumen, wo doch jeder rennt, und lieber statt zu träumen sein Leben verschenkt.

Was fällt dir ein? Wozu soll das denn heute noch gut sein?
Lass doch endlich all das Träumen sein.

All die Träume. Meine Träume.

Träume? Träume?
Warum muss ich überlegen, ob’s noch was anderes gibt? Ach könnt ich doch vergessen, was in meinen Träumen geschieht.

Ich gehe nun einfach so weiter wie bisher.
So kenne ich alles und weiß es wird nicht schwer. Nicht schwer. Nicht schwer.
Wo kommen all die Zweifel nur plötzlich her?

So weiter wie bisher. So weiter wie bisher.

Gehe weiter. Genau wie bisher.
Immer weiter. Immer weiter.

Schau nicht zurück. Vergiss die Welt, den Traum.
Glaube nur stets was ist. Was du alleine begreifen kannst.
Lass doch das Träumen sein.

Nein.

All die Träume. Meine Träume.
Lass meine Träume, lass meine Träume sein.

Träume formen eine neue Welt.
Träume zeigen was schlussendlich zählt.

..mit diesen Worten lässt uns die Mezzosopranistin an ihrem „Innenleben“ teilhaben.

Als Klaus Christa mich fragte, ob ich mir vorstellen kann etwas für  die „Lange Nacht des Träumens“ (EIN WUNDERSCHÖNES ERLEBNIS!!) zu schreiben, tauchten in meinem Kopf  sofort „Die weichen Uhren“ von Salvador Dali auf. So bemerkte ich, dass mich vor allem fasziniert wie wandelbar Träume sein können. Wir können von etwas träumen und es uns noch ach-so-toll ausmalen, manchmal sieht es am Ende (zu unserem Glück) ganz anders aus. Wie oft wachen wir auf und stellen überrascht fest, dass das was ist sich  gänzlich von dem was wir uns ursprünglich erträumt haben unterscheidet? Ein Traum darf sich verändern und entwickeln und allerlei Richtungen einschlagen.
„Traumgesellen“ ist zu Beginn ein Trio mit Mezzosopran, Cello und Klavier. Musikalische Motive werden vorgestellt und der Text  gibt Ideen zu Gedankengängen vor. Aus diesem Trio entsteht im weiteren Verlauf ein Streichquartett in dem sich die Motive entwickeln und  der Traum der Mezzosopranistin erst richtig beginnt. Das Trio am Beginn  würde ich als Lied bezeichnen. Doch der anschließende, überwiegende Teil  hat nichts mit einem Lied zu tun. Da aber das innere Ohr der Zuhörenden gewisse Motive bereits mit Text verknüpft „kennt“, wird es vielleicht teilweise doch als Lied empfunden werden. Wer weiß?!
Der Titel bezieht sich auf die Musikerinnen die ein sehr wichtiger Teil des Werkes sind.
Tatsächlich ist „Traumgesellen“ im Kern ein Loblied an die großen und kleinen Träume die unser Leben bereichern und diese positive Einstellung teilt auch die Mezzosopranistin. Doch eben nur im Kern. Sehr, sehr gut versteckt. Denn viel greifbarer sind „die Vernunft“ und „der Alltag“, die ihre träumerische  Schwärmerei andauernd unterbrechen. Ob die Vernunft am Ende siegt oder der Traum in Erfüllung geht,  bleibt die Freiheit der Zuhörenden.